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Bringt digitale Barrierefreiheit mehr Kunden?

In Kürze:

Es gibt keinen Nachweis dafür, dass digitale Barrierefreiheit mehr Kunden bringt. Man geht allerdings stark davon aus, dass man mit digitaler Barrierefreiheit eine größere Zielgruppe erreicht (10–15 % der Menschen) und für eine bessere User Experience, sowie bessere SEO-Platzierung sorgt.

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Wir wollen ehrlich sein: Leider gibt es (noch) keine handfesten Beweise dafür, dass man durch digitale Barrierefreiheit wirklich mehr Kunden gewinnt.

Keine Firma hat bisher einen nennenswerten A/B-Test oder Ähnliches gemacht, um zu zeigen, dass sie ihre Verkaufszahlen oder Ähnliches durch digitale Barrierefreiheit gesteigert hat. Wir haben allerdings die Hoffnung, dass solche Ergebnisse noch kommen werden!

Warum vermutet man, dass man durch digitale Barrierefreiheit mehr Kunden bekommt?

Es gibt einige gute Gründe, warum man vermutet, dass digitale Barrierefreiheit dazu führen kann, dass man mehr Kunden gewinnt. Seine Webseite barrierefrei zu machen, heißt nämlich nicht nur, dass man sie für Menschen mit Behinderung zugänglicher macht, sondern auch für Maschinen und auch im Generellen die Nutzerfreundlichkeit der Website für alle verbessert.

Eine größere Zielgruppe erreichen

Rund 10 % der deutschen Bevölkerung sind schwerbehindert (www.destatis.de, Pressemitteilung vom 19.7.2024), und ziemlich viele dieser Menschen können das Internet nicht so nutzen, wie du und ich es wahrscheinlich jeden Tag tun. Ein großer Teil des digitalen Lebens bleibt für sie unzugänglich.

Eine Grafik zeigt, dass 9,4% der deutschen Bevölkerung schwerbehindert sind.

Digitale Barrierefreiheit kann dazu führen, dass diese Gruppe von Menschen deine Website überhaupt bedienen kann, was natürlich dazu führt, dass du mehr Menschen erreichst und sie zu Kunden machen kannst.

Zusätzlich zu den Menschen mit Schwerbehinderung werden oft auch noch Menschen mit Beeinträchtigungen wie Migräne, Rot-Grün-Schwäche oder schlechten Deutschkenntnissen einberechnet. Diesen wird durch Barrierefreiheits-Optimierungen auch geholfen! Mehr dazu hier: Wer profitiert von digitaler Barrierefreiheit?

Eine optimierte Webseite für Maschinen

Eine Website auf Barrierefreiheit zu optimieren, heißt meistens, sie technisch zu verbessern. Man endet mit sauberem und schlankerem Code, nutzt, wo möglich, native HTML-Elemente und vermeidet ladezeitfressende Animationen und Javascripte.

Das macht die Website im Generellen lesbarer für Maschinen, wodurch sie auch im SEO-Ranking steigt (Ist Barrierefreiheit ein Rankingfaktor bei Google?). Auch das Hinzufügen von Alt-Texten für Bilder oder Untertiteln für Videos sorgt dafür, dass Suchmaschinen die Seite besser indizieren können.

Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit für alle

Zu guter Letzt kann digitale Barrierefreiheit dazu führen, dass die Nutzerfreundlichkeit der Webseite für alle verbessert wird.

Die UX- und Wahrnehmungs-Prinzipien sind sozusagen die Grundlage digitaler Barrierefreiheit. Wenn wir uns an bekannte Heuristiken und Prinzipien des UX-Designs halten, haben wir schon einen guten Grundstein für digitale Barrierefreiheit gelegt. So sind zum Beispiel eine klare Hierarchie der Website, sowie die Konsistenz in der Benennung der Elemente oder eine konsistente Platzierung der Navigationen in den WCAG aber auch im UX verankert.

Illustration von zwei Kärtchen mit jeweils zwei Buttons. In dem ersten Kärtchen sagen die Buttons etwas Verschiedenes, und zwar: Zu deinem Konto und Zum Account. In dem zweiten Kärtchen sagen die Buttons das gleiche, und zwar: Zu deinem Konto. Nur das zweite Kärtchen, wo beide Buttons dasselbe sagen ist richtig.

Die WCAG-Kriterien einzuhalten, sorgt also automatisch dafür, dass die Webseite eine bessere User-Experience liefert. Wenn dich das Thema mehr interessiert, empfehlen wir dir unseren Barrierefreiheits-Workshop für Designer*innen.

Ähniche Fragen zum Thema:

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