Umsetzen von barrierefreien PDFs
Mit diesen Tools kannst du deine PDFs in Word, InDesign oder direkt im Browser barrierefrei machen.
Was ist ein barrierefreies PDF?
Ein barrierefreies PDF ist ein Dokument, das so aufbereitet ist, dass es von allen Menschen gleichermaßen gelesen und verstanden werden kann.
Dazu muss sich ein PDF auch an die Anforderungen der WCAG und der EN 301549 halten. Genau genommen ist das Kapitel 10 der EN 301549 das ausschlaggebende Dokument, an das man sich halten muss, wenn man PDFs barrierefrei machen will. Dieses verweist aber auf die Anforderungen der WCAG 2.1 AA als Basis für barrierefreie PDF-Dokumente.
Zusätzlich gibt es noch PDF/UA. Das sind technische Anforderungen, die ein PDF erfüllen muss, um barrierefrei zu sein. Diese spielen zwar eine wichtige Rolle beim Erstellen barrierefreier PDFs, decken aber nicht alle Anforderungen ab.
Ein paar der Dinge, die ein barrierefreies PDF ausmacht:
- Tags gesetzt: Das Dokument ist „getaggt“, das heißt, es enthält eine logische Struktur, die Überschriften, Absätze, Listen und Tabellen, um für assistive Technologien auslesbar zu sein.
- Alternative Texte vorhanden: Alle Bilder, Grafiken und Diagramme verfügen über hinterlegte Beschreibungen, damit Screenreader sie lesen können.
- Text ist durchsuchbar: Die Datei besteht nicht aus gescannten Bildern, sondern aus echtem, markierbarem Text.
- Metadaten angeben: Das PDF hat einen eindeutigen Titel und die Sprache ist definiert (z.B. Deutsch).
- Kontrast eingehalten: Texte bieten einen ausreichenden Kontrast zum Hintergrund (mind. 4,5:1), und Informationen werden nicht nur über Farben vermittelt.
Tools zum Erstellen von Barrierefreien PDFs
axesWord
Mehr zu axesWordaxesWord ist ein spezialisiertes Plug-in für Microsoft Word. Damit lassen sich Word-Dokumente so aufbereiten, dass sie den Standards (PDF/UA und WCAG) entsprechen.
Ohne axesWord lassen sich eigentlich keine barrierefreien PDFs aus Word generieren.

MadeToTag InDesign
Merh zu MadeToTagMadeToTag ist im Prinzip genau das Gleiche wie axesWord, nur eben für Adobe InDesign. Auch InDesign kann ohne das Plug-in eigentlich keine barrierefreien PDFs generieren.

AcrobatReader zum Nachbearbeiten
Zum AcrobatReaderMit dem AcrobatReader lassen sich PDFs nachbearbeiten, wenn sie nicht barrierefrei sind. Man hat die Möglichkeit, Tags zu ergänzen, Metadaten zu setzen usw.
Es wird stark davon abgeraten, PDFs im Nachhinein zu taggen. Besser wäre, sie werden gleich barrierefrei erstellt!

sitebrunch Accessibility
Mehr zu sitebrunch AccessibilityMit unserem Tool von sitebrunch Accessibility kannst du PDFs prüfen und sie auch bald nachbearbeiten.
Du kannst direkt im Tool nachtaggen (oder von KI taggen lassen) und das neue, barrierefreie PDF generieren lassen.

FAQs zum Umsetzen von barrierefrien PDFs
- PAC (PDF Accessibility Checker): Das Standard-Tool für die Prüfung nach dem PDF/UA-Standard.
- sitebrunch Accessibility: Checkt PDFs auch nach WCAG und PDF/UA. Im Gegensatz zu PAC ist das auch auf MAC-OS möglich.
- Manueller Test: Gehen Sie mit der Tab-Taste durch das Dokument oder lassen Sie es sich von einem kostenlosen Screenreader (wie NVDA) vorlesen.
Was ist der wichtigste technische Aspekt eines barrierefreien PDFs?
Das Fundament eines barrierefreien PDFs sind Tags (Etiketten). Ohne Tags ist ein PDF für einen Screenreader nur ein „Bild“ voller Buchstaben ohne Struktur.
Tags definieren zum Beispiel, was eine Überschrift (H1, H2), ein Absatz (P) oder eine Liste (UL) ist, damit assistive Technologien diese Informationen auslesen können.
Soll ich ein schon erstelltes PDF nachtaggen?
Generell besser nicht! Es ist viel schneller und effektiver, dafür zu sorgen, dass das Ausgangsdokument schon barrierefrei angelegt wird (zum Beispiel in Microsoft Word oder Adobe InDesign).
Auch mit nachträglichem Taggen können teilweise nicht alle Fehler behoben werden.
Wie überprüfe ich, ob mein PDF barrierefrei ist?
Es gibt Tools, die das Dokument auf technische Fehler prüfen:
Muss ich jedes alte Dokument barrierefrei machen?
Nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Deutschland müssen oft nur Dokumente barrierefrei sein, die „aktiv im Umlauf“ sind oder neu veröffentlicht werden. Außerdem geht es in der Privatwirtschaft nur um PDFs, die im Kontext eines Vertragsabschlusses oder eines Vertragsanbahnungsprozesses stehen.
Darunter fallen zum Beispiel Vertragsdokumente oder Produktinformationen.
Du willst die Tools in Aktion sehen?
In unseren YouTube-Videos und YouTube-Shorts stellen wir immer wieder verschiedene Tools vor und geben praktische Anleitungen zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit.